Ein Logo für ein Fachmarktzentrum zu gestalten klingt erst mal nüchtern. Hier war es das nicht.
Die Aufgabe
Die Meran-Arkaden vereinen viele Geschäfte unter einem Dach – und sollen trotzdem als ein Ort wahrgenommen werden. Mit Flair. Mit Wertigkeit. Und mit dem Bogen nach Meran, der mediterranes Lebensgefühl ins Spiel bringt: flanieren, nicht abarbeiten.
Drei Dinge mussten zusammen: das Arkaden-Motiv, eine spürbare Hochwertigkeit und der Verweis auf Merano – für eine durchmischte Zielgruppe, die hier vom Sporteinkauf (u.a. Decathlon) bis zum Abendessen (L'Osteria) alles findet. Und eine Selbstverständlichkeit, die im Briefing mitschwang: einen eigenen Look schaffen, keine altbekannten Versatzstücke, an denen man sich rechtlich oder gestalterisch verbrennt.
Der Weg
Am Anfang war ich laut. Plakativ. Ich habe Bögen gebaut, Säulen angedeutet, das Mediterrane vorne hingestellt – und war mit kaum etwas zufrieden. Es folgten Bleistiftskizzen, zerknüllte Blätter, Experimente mit Schriften, Recherche.
Der Moment kam an einem Wochenende. Die Idee: nicht das Bauwerk abbilden, sondern es in die Schrift legen. Eine runde Typografie, ein Strich, durchgezogen – und plötzlich stehen die oberen Rundungen der Buchstaben wie Arkadenbögen auf Säulen. Da war es. Schlicht. Einfach. Tragfähig.
Der laute Prozess davor war kein Umweg. Er musste sein. Ein Logo ist immer Perfektion, die auch in minimalster Größe noch funktionieren muss – und dahin kommt man nicht über die erste Idee.
Die Lösung
Aus einer Typo wird ein Bauwerk, ohne dass jemand erklären muss, was er sieht. Die Schriftrundungen tragen das Arkaden-Motiv, der Strich gibt ihnen Boden – Säulen, Bögen, ein gedeckter Gang. Wertig, ruhig, mediterran. Und der Verweis auf Meran ist da, ohne Klischee.
Am Ende stand kein Einzellogo, sondern ein ganzes Set: eine Icon-Version und eine Langversion, jeweils in Schwarz und Weiß. Belastbar vom kleinen Anwendungsfall bis zur großen Fläche.
Das Ergebnis
Eine Zusammenarbeit nah am Kunden, mit mehreren Entwicklungsschleifen – und einem Riesen-Logoset am Ende. Der schönste Moment kommt nicht im Programm. Er kommt draußen: das Logo auf dem großen Leuchtschild zu sehen. Genau dort gehört es hin.
Quellen: Augsburger Nachrichten ↗ · Decathlon Augsburg ↗
